Vereinsgeschichte des TSV Güglingen

Stiftungsfest beim TSV Güglingen
Die Gründung
Mit der festen Absicht einen Turnverein zu gründen, trafen sich am 6. Mai 1904 die Männer der ersten Stunde. Auf Einladung von Lehrer Wilhelm Merz versammelte sich im Gasthaus „Zur Krone“ eine kleine Schar von Männern, um sich grundsätzlich mit der Vereinsgründung auseinanderzusetzen und entsprechende Vorbereitungen für eine erste Generalversammlung zu treffen, die am 10. Mai 1904 beim damaligen Kronenwirt Rieger abgehalten wurde. Vor allem sollten ein Vorstand und ein Ausschuss gewählt werden und die „Statuten“ festgelegt werden. Bis zur Generalversammlung waren dem Verein 35 aktive und 28 passive Mitglieder beigetreten die sodann zur Wahl schritten.  

Die ersten Vereinswahlen beim TSV Güglingen führten zu folgenden Ergebnissen:  
1. Vorsitzender: Wilhelm Merz
Ausschuss:
Turnwart Leitenberger
Kassier Höllwarth
Schriftführer Lägler
Stadtschultheiß Arnold
Daniel Beck Emil Gall
Hermann Ziegler
Friedrich Gebhardt  

Mit einem der ersten Beschlüsse legte die Vereinsleitung noch im Mai des Jahres 1904 fest, sich aktiv am Güglinger Maienfest zu beteiligen, was auch einstimmig angenommen wurde. Bis dahin sollten zwei Signalhörner und drei Hanteln angeschafft werden – eine Hantel mit 70 Pfund, eine mit 50 und eine mit 30 Pfund wurden bestellt. Auch beschloss man, dem Gau-Verband beizutreten.
Im Protokoll des Schriftführers wurden die Mitglieder im Juni des Gründungsjahres ermahnt, „pünktlicher zu erscheinen und nicht jetzt schon träge zu werden, den Verein hochzuhalten und dem Turnwart aufs Wort zu gehorchen!“  

Meilensteine der Vereinsentwicklung  
Wilhelm Merz lud nicht nur zur Gründungsversammlung ein, er wurde auch der erste Vorsitzende des Vereins. Unter ihm nahm der Verein seinen Anfang, ein Grundstock an Geräten, wie Hanteln und Signalhörner wurden erworben. Bereits im Gründungsjahr nahm der Verein am Güglinger Maienfest teil.
Der Verein nahm seinen ersten Kredit auf, um einen Barren zu kaufen und versuchte durch Veranstaltungen wie Herbstfeier und Weihnachtsfeier seine Finanzen aufzubessern.  

Im November 1907 legte Lehrer Merz sein Amt nieder. Als seinen Nachfolger wählten die anwesenden Mitglieder Richard Foerg, der dieses Amt bis Juli 1919 inne hatte und nach dem 1. Weltkrieg nicht mehr kandidierte. In seine Amtzeit fiel die sehr rege Teilnahme an Wettkämpfen und Turnfesten, wobei der TSV nicht nur zahlenmäßig gut vertreten war, auch sportliche Erfolge stellten sich ein.  

Im Juni 1919 wählte die Versammlung einstimmig Alfred Wurst zum neuen 1. Vorsitzenden. In seine Amtszeit fiel der Wiederaufbau nach dem 1. Weltkrieg, 1921 die Gründung einer Damenriege und der „Umzug“ der Turner vom Kelterplatz zum Fest- und Spielplatz „Hinter dem Wäldchen“ (heute Wohngebiet "See"), wo die Stadt im Jahr 1923 den Vereinen einen entsprechenden Platz zur Verfügung stellte. Auch erfüllte sich der Verein im Jahr 1924 zum 20-jährigen Bestehen einen Wunsch, indem er sich eine Fahne leistete.  

Im Februar 1925 wurde Karl Pfundt von der Versammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bereits ein Jahr später musste dieser sein Amt jedoch aus beruflichen Gründen aufgeben. Der Leiter des örtlichen Finanzamtes Georg Frank übernahm das Amt.  
Mit Georg Frank hatte der Verein einen echten „Glücksgriff“ gemacht. Als Visionär verfocht er leidenschaftlich den Bau einer eigenen Turnhalle, ohne jedoch das Tagesgeschäft zu vernachlässigen. So wurde der Turnraum in der städtischen Kelter teilweise vergrößert. Die alljährliche Beteiligung am Güglinger Maienfest, die Teilnahme an verschiedenen Wettkämpfen der Nachbarvereine und nicht zuletzt das 25-jährige Jubiläum im Jahr 1929 zeugten von reger Vereinsarbeit.

Erste Baupläne
Im Mai 1930 beschlossen die anwesenden 57 Mitglieder einstimmig eine eigene Turnhalle zu bauen, nachdem die Stadtverwaltung signalisiert hatte, dass sie selbst in absehbarer Zeit keine Halle bauen könne.
Die Stadt stellte das Gelände bei den „Wildt’schen Wiesen“ (heutige Mediothek) im Wege des Erbbaurechts zur Verfügung. Nach Planung und dem obligatorischen Durchforsten der Kalkulation auf Einsparpotenzial war schließlich am 28.März 1931 der erste Spatenstich.
Am 29. Mai konnte bereits Richtfest gefeiert werden und schon am 21. Juni 1931 konnte nach knapp dreimonatiger Bauzeit die Turnhalle offiziell eingeweiht werden.
Der TSV Güglingen hatte ein eigenes Dach über dem Kopf und somit war ein wesentlicher Faktor für das weitere Aufblühen des Vereins geschaffen – eine Stätte der sportlichen und gesellschaftlichen Begegnung.
29. Mai 1931: Richtfest an der TSV-Halle am Stadtgraben 21. Juni 1931: die TSV-Halle wird eingeweiht
Fußball im Turnverein
Im Mai 1931 wurde beschlossen, dem Verein eine Fußballabteilung anzugliedern. Einen herben Verlust musste der Verein im Februar 1932 hinnehmen. Mit der Auflösung des örtlichen Finanzamtes und der Versetzung des Vorsitzenden musste sich der Verein auf die Suche nach einem neuen Vereinsvorsitzenden machen.  
Wiederum stellte sich Karl Pfundt zur Wahl und übte das Amt bis 1935 aus. Auch er musste wegen beruflicher Versetzung sein Amt wieder zur Verfügung stellen.
Karl Hofheinz übernahm erstmals die Vereinsführung. Der TSV Güglingen befand sich im Aufwind, was sich nicht zuletzt an den Erfolgen bei regionalen und überregionalen Wettkämpfen zeigte. Auch die Fußballabteilung machte damals schon von sich reden.

Das Streben des Vereins wurde durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges jäh unterbrochen. Der Vorstand Hofheinz wurde zum Kriegsdienst einberufen (Schriftführer Ludwig Herzog führte in dieser Zeit die Geschäfte), der Turnbetrieb ruhte in diesen Schicksalsjahren nahezu vollständig, die Turnhalle war mehr Versammlungsraum denn Sportstätte.  

Neuanfang nach der „Stunde Null“
Nach Kriegsende richteten einige Mitglieder im Februar 1946 ein Gesuch an die damalige Militärregierung, man möge den Turn- und Sportbetrieb wieder zulassen. Der von Ernst Müller, Wilhelm Ohnmacht und Paula Zeh unterzeichnete Antrag hatte bereits im März Erfolg und so konnte die erste Generalversammlung nach dem Krieg im April 1946 stattfinden. Die 59 anwesenden Mitglieder schenkten Ernst Müller das Vertrauen.
Die Abteilungen nahmen wieder ihre Übungsabende auf und bereiteten sich auf Wettkämpfe vor. Kaum konnte man wieder von einem intakten Vereinsleben sprechen, dachte man schon wieder an neuerliche Investitionen.
Im Jahr 1949 wurde eine Wasserleitung in die Turnhalle eingebaut, zwei Jahre später die West- und Südseite der Turnhalle mit Außenputz versehen und im Jahr 1952 bereits an eine Erweiterung der Turnhalle gedacht. Diese Erweiterung wurde zum 50. Geburtstag des Vereins angepackt und war zum Festbankett am 22. Mai 1954 abgeschlossen.  Auch diese, von Architekten Johannes Augustin gefertigten Pläne, wurden von den immer zahlreicher werdenden Mitgliedern zum großen Teil in Eigenleistung in Angriff genommen.
Im Jubiläumsjahr konnte der Verein mit einer Sport-Werbewoche von sich reden machen, die Aktiven setzten beim Geräte- und Bodenturnen, beim Schachspiel, bei leichtathletischen Wettkämpfen und bei einem Fußballturnier Akzente.
Der Chronist hielt seinerzeit im Protokoll fest: „ Die Veranstaltung konnte ohne Übertreibung als gelungen bezeichnet werden und brachte dem Verein manche Anerkennung bei.“
Mit 242 Mitgliedern stand der TSV im Jahr 1954 auf gesunden Beinen. Die Leichtathleten des Vereins wurden mit der TG Heilbronn, der SpVgg Neckarsulm, dem VfR Heilbronn in einem Atemzug genannt - und die galten als beispielhafte Vereine.  
Zum Schüler- und Männerturnen, Mädchen- und Frauenturnen, Faustball, Leichtathletik Fußball, Schach und Wandern hatte sich eine Reiterabteilung dazugesellt. Der damalige Bürgermeister Oskar Volk sagte zu, bei entsprechender Finanzlage die Sportplatzanlage nördlich der Turnhalle auszubauen und zu vergrößern. Zeitgleich sollte an der Nordseite der Turnhalle ein neuerlicher Anbau entstehen.
Im Jahr 1959 wurden die Rohbauarbeiten an der Turnhalle und an der Sportplatzanlage planerisch ins Auge gefasst und 1960 zusammen mit der Renovierung der Halle mit den Arbeiten begonnen.
Die Bauaktivitäten des TSV Güglingen sollten im Juni 1961 mit der Einweihung des neu gestalteten Sportplatzes ein vorläufiges Ende nehmen. Im Rahmen der dabei veranstalteten Sportwerbewoche wurde unter anderem ein Fußballspiel zwischen der Traditionself des Karlsruher Sport-Club und einer Zabergäu-Auswahl ausgetragen. Auch internationale Beziehungen zum holländischen Fußballverein Hillegersberg (bei Rotterdam) wurden gepflegt Ein Boxabend mit einer Staffel aus Neckarsulm bereicherte das Festprogramm.  

Im Februar 1962 gab der langjährige Vorsitzende Ernst Müller nach 16 Jahren den Stab an Gerhard Volk ab. Die Reiterabteilung musste ihre Aktivitäten einschränken, weil kaum noch Reitpferde gehalten wurden. Die Schachabteilung feierte nach wie vor Erfolge und dem Verein wurde erstmals eine Tischtennis-Abteilung kurzzeitig angeschlossen, die sich allerdings nach kurzer Zeit mangels größerem Interesse wieder auflösen musste.  

Einen Höhepunkt brachte im Jahr 1964 die Ausrichtung des Gauturnfestes in Güglingen. Zum 60. Geburtstag des Vereins hatten die Verantwortlichen beim Turngau den Mut, eine solch große Veranstaltung „auf’s Land“ zu vergeben. Sie wurden für ihren Mut durch den Besuch von über 600 Wettkämpfern belohnt. Von nun an, bis in die heutige Zeit, fanden und finden immer wieder größere Veranstaltungen der Sportfachverbände unter dem Dach des TSV Güglingen statt, der Verein hat sich als eine der ersten Adressen für die Ausrichtung von mitunter auch schwierigen und kurzfristigen Wettkämpfen gemausert.  

Im Februar 1967 musste Gerhard Volk sein Amt aus beruflichen Gründen abgeben. Bis ins Frühjahr 1972 lenkte von nun an Karl Hofheinz zum zweiten Mal das „Vereinsschiff“. Steigende Mitgliederzahlen und manch sportlicher Erfolg konnte in dieser Zeit vermeldet werden. Auch konnte im September 1969 die lange geforderte Flutlichtanlage am Rasenplatz in Betrieb genommen werden und erstmals jagte im Juni 1970 ein Damen-Fußballteam dem runden Leder bei einem Einlagespiel im Rahmen einer Sportwerbewoche nach.  

Steigende Mitgliederzahlen
Nachdem sich Karl Hofheinz nicht mehr zur Wahl stellte, wurde nach langer Suche Johannes Vogelmann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Von 1972 bis 1976 begleitete er dieses Amt.  Im Juni 1975 schloss sich eine Volleyball-Abteilung dem Verein an. Nach etlichen Jahren musste sie leider mangels Interesse Ende der 80er Jahre den Spielbetrieb einstellen.
Um den ständig steigenden Mitgliederzahlen und dem damit steigenden Finanzbedarf Rechnung zu tragen, wurde im Sommer 1975 vom Ausschuss beschlossen, ein eigenes Sportheim in der Turnhalle unterhalb der Bühne einzurichten und die Bewirtschaftung turnusgemäß von den Abteilungen durchführen zu lassen.  

In der Hauptversammlung des Jahres 1976 wählte die Versammlung in geheimer Wahl den seitherigen 2. Vorsitzenden Helmut Bödinger zum neuen „Steuermann“. Der TSV hatte auch in diesem Jahr ein vielseitiges Angebot an gesellschaftlichen Veranstaltungen für seine Mitglieder und Gäste bereit und konnte in der Hauptversammlung 1977 stolz mitteilen, dass sich im Laufe des vergangenen Jahres das 500. Mitglied eingeschrieben habe. Ferner konnte vermeldet werden, dass keinerlei Verbindlichkeiten mehr zu begleichen seinen. Mit umfangreichen Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten wurde die vereinseigene Halle wieder auf Vordermann gebracht. 30.000 Mark mussten hierfür aufgebracht werden.  

Aufschwung in den Siebziger Jahren
Das Jahr 1978 brachte dem Verein einen Aufschwung den niemand voraussehen konnte. Durch die Belegung der städtischen Sporthalle war der Verein in der Lage, den Bedürfnissen  der Bevölkerung gerecht zu werden und entsprechende Angebote an Sportarten zu machen.
Neu hinzugekommen sind Handball, Karate, (wieder) Tischtennis, Jazzgymnastik und Schach. All diese Abteilungen bestehen bis heute und haben sich zu einem festen Bestandteil im Vereinsleben „gemausert“. Innerhalb eines Jahres stieg die Mitgliederzahl auf weit über 600.  

Erste Überlegungen zum Bau eines Sportheimes wurden bei einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammen mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung im April 1978 erörtert.
Die Standortsuche gestaltete sich schwierig, bis man schließlich den Weg bestritt, die „alte“ Turnhalle komplett aufzugeben und mit dem Sportheim auch gleich eine neue Halle zu bauen. Im Frühjahr 1979 wurde von der Stadt das Versprechen eingelöst, ein Kleinspielfeld westlich der Sporthalle zu erstellen.
1979, wieder ein Jubiläumsjahr des TSV Güglingen, mittlerweile stolze 75 Jahre alt. Eine Kette von Veranstaltungen wurden in diesem Jahr durchgeführt. Herausgehoben werden soll vor allem, das Stiftungsfest am 5. Mai und die Festwoche vom 3. bis 8. Juli anlässlich des Gauturnfestes in dessen Rahmen auch das offizielle Festbankett am 6. Juli 1979 fiel.
Mit einer Stiftung der Fa. Weber konnte erstmals ein Vereinsbus beschafft werden, mittlerweile hat sich ein weiterer TSV-Kleintransporter dazugesellt.

In der Hauptversammlung 1981 wurden die Weichen in punkto Sportheimbau insoweit gestellt. Die Versammlung beschloss, einen Bausparvertrag über 100.000 Mark abzuschließen und so den Grundstein für die Projektfinanzierung zu legen. Im Hintergrund wurden die Planungen immer weiter vorangetrieben.
Immer noch steigende Mitgliederzahlen motivierten zusätzlich die Arbeit der Vorstandschaft um Helmut Bödinger für den Bau des heutigen Vereinszentrums am jetzigen Platz.
Doch wurde neben all den Planungen für die bislang größte Bauaktivität des TSV der sportliche Aspekt nicht verloren. So gastierten im Jahr 1981 die ägyptischen Nationalturner in Güglingen und lieferten sich ein Schauturnen mit einer Auswahl des Schwäbischen Turnerbundes. Der 50. Geburtstag der Fußballabteilung wurde in entsprechend großem Rahmen gefeiert.
Die TSV-Halle am Stadtgraben im Jahr 1979 Die TSV-Halle im Jubiläumsjahr 1979
Weichenstellung für das neue TSV-Vereinszentrum
In der Hauptversammlung 1982 wurden erstmals Einzelheiten zum geplanten Sportheimbau genannt, der im Jahr zuvor abgeschlossene Bausparvertrag wurde verdoppelt. Zwei Jahre später wurden der Versammlung dann konkrete Pläne des Architekten Rolf Spahlinger vorgetragen und bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 16.11.1984 wurde letztendlich formell der Bau eines Vereinszentrums mit Gymnastikhalle und Kegelbahn, sowie einem Kraftraum, 6 Umkleidekabinen und einer Pächterwohnung beschlossen.  

Nachdem die Stadt Güglingen signalisiert hatte, eine so genannte Kampfbahn B (6 Bahnen) zu bauen, schloss sich am 10. Mai 1985 eine Leichtathletikabteilung dem TSV Güglingen an. Die Mitgliederzahl stieg im Jahr 1985 auf knapp 900.
Am 28. Juni 1985 erhielt der Verein die lang ersehnte Baugenehmigung nach den Plänen des Architekten und einen Monat später, am 26. Juli, wurde der symbolträchtige 1. Spatenstich begangen. Wiederum weitestgehend in Eigenleistung wurden ca. 10.000 Helferstunden „abgeleistet“ um schließlich am 19. Juni 1987 gemeinsam mit der Stadt Güglingen den gesamten Komplex offiziell einzuweihen.
Bei der Einweihung durften als Gäste die so genannte Uwe Seeler-Elf bestaunt werden. Quasi auf halber Strecke zwischen Baubeginn und Einweihung wurde am 5. September 1986 das Richtfest begangen. Mit einem „Abrissfest“ wurde am 28. August desselben Jahres der alten Turnhalle gedacht, bevor sie eingeebnet wurde.  

Im November 1987 kündigte der 1. Vorsitzende Helmut Bödinger an, bei den kommenden Wahlen im März 1988 nicht mehr für sein Amt zu kandidieren. Es wurde also nach mehr als einem Jahrzehnt wieder ein neuer Steuermann für das „Schiff“ TSV Güglingen gesucht. Gefunden wurde indes keiner und so stellte sich der „Alte“ nochmals ans Ruder um das Schiff nicht ruderlos treiben zu lassen.  
Auch nach 2 Jahren der Bautätigkeit verfiel der TSV nicht in Lethargie. Der sportliche Aspekt während der Bauzeit nie zu kurz. Während der Bauzeit und danach riss die Kette der „Großveranstaltungen“ im TSV nie ab. Mindestens eine, oft mehrere Veranstaltungen, wurden von den Verantwortlichen in bravouröser Art und Weise durchgeführt - seien es Gauturnfeste oder Internationale Jugendfußballturniere; von allen Seiten erntete man großes Lob für die Durchführung man einer Mammutveranstaltung.  
Ende der 80er Jahre kam auch noch die jährliche Ausrichtung der Bewirtschaftung des Maienfestes dazu. Andere Vereine fühlten sich hierzu nicht mehr in der Lage und so musste der mitgliederstärkste Verein im Stadtgebiet ein ums andere mal einspringen. Zunehmend durfte man auch zur Kenntnis nehmen, dass sich die Jazztanzgruppe einiger Beliebtheit erfreute und immer wieder auch zu überregionalen Veranstaltungen eingeladen wurde.
Bei der Hauptversammlung am 14. Februar 1992 legte Helmut Bödinger nach sein Amt nieder. In seine 16-jährige Amtszeit fiel nicht nur der Umzug vom Stadtgraben in die Räumlichkeiten des heutigen Vereinzentrums, auch erhöhte sich die Zahl der Mitglieder während dieser Zeit von 505 auf über 1.000.  

Die Hauptversammlung 1992 schenkte mit Roland Baumann einem Mann das Vertrauen, der über ein Jahrzehnt verantwortlich mit verschiedenen Positionen der Vereinsleitung betraut war. Sei es als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, als Schriftführer des Gesamtvereins oder als Leiter der Fußballabteilung.
In seiner Antrittsrede sprach er vom offenen Verein, mahnte aber auch ein offenes Miteinander an und sprach nicht zuletzt davon, dass jedem der arbeitet Fehler zugestanden werden müssen.
Um den durch den Hallen- und Sportheimbau angehäuften Schuldenberg abzutragen, entschloss sich der TSV in den folgenden drei Jahren immer wieder, das Maienfest verantwortlich auszutragen. Doch auch eine ganze Anzahl anderer größerer und kleinerer Veranstaltungen wurden geschultert. Wie bereits seit Jahren Usus, führten kleinere Veranstaltungen die weitgehend selbstständigen Abteilungen durch, bei größeren hingegen arbeiteten verschiedene Abteilungen zusammen.  
Auch wenn der Verein bereits im Jahr 1995 die 1200er Marke bei den Mitgliederzahlen überspringen konnte, musste doch einem allgemeinen gesellschaftlichen Trend Tribut gezollt werden. Immer weniger Mitglieder schienen willens zu sein, den Verein durch ihre Mitarbeit, sowohl im täglichen Arbeiten, aber auch bei festlichen Aktivitäten zu unterstützen. Dennoch war und ist der Verein noch immer in der Lage, eine Vielzahl von kleinen und großen Veranstaltungen zu bewältigen.
Wie gut der Verein diese Veranstaltungen ausrichtet, durften die Verantwortlichen bei den Nachbereitungen durch die Sportfachverbände erfahren, wo regelmäßig angeboten wird, die jeweiligen Veranstaltungen gerne jedes Jahr nach Güglingen zu vergeben.
Seit dem Jahr 1998 gibt es einen Verein der Freunde und Förderer des TSV Güglingen, kurz Förderverein genannt. Ohne diesen war es letztendlich nicht mehr möglich, immer höher werdende Steuerbelastungen zu schultern. 
Die seit 1990 geltende Vereinsbesteuerung hatte aus einem Sportverein ein mittelständisches Unternehmen gemacht.
Bei der Hauptversammlung des Jahres 2000 konnte der Vereinskassier in seinem 26. und letzten Kassenbericht stolz vermelden, dass der Verein seine Verbindlichkeiten aus dem Hallen- und Sportheimbau innerhalb von nur 13 Jahren komplett abgebaut hat. Immerhin handelte es sich um eine Bausumme von mehr als 2,4 Millionen Deutsche Mark. Nach Abschluss der Bautätigkeit waren Verbindlichkeiten von mehr als fast 900.000 DM zu verzeichnen.  
Im selben Jahr wurde die Vorstandschaft den veränderten Gegebenheiten angepasst. Andere Vereine dieser Größe bedienen sich längst einer hauptamtlichen Geschäftsstelle, um weiterhin in gewohnter Weise sparsam zu wirtschaften wurde beschlossen, den Kassier und die Mitgliederverwaltung zu trennen und so neues Potenzial zu schaffen.
25. Juli 1985: Spatenstich für das neue TSV-Vereinszentrum 19. Juni 1987: das neue TSV-Vereinszentrum
Vereinszentrum erweitert
Gerade mal zwei Jahre schuldenfrei, befasste man sich mit dem Gedanken, das Vereinszentrum zu erweitern. Die Stadtverwaltung hatte erklärt, dass es für die Stadt Güglingen in den nächsten Jahren kaum möglich sein wird, eine Halle zu bauen, um einerseits den Erfordernissen des Schulsports wirklich gerecht zu werden und andererseits den immer zahlreicher werdenden Mitgliedern der Güglinger Vereinslandschaft adäquate Übungsmöglichkeiten zu bieten.  

Nach Auslotung der bestehenden Möglichkeiten wurde schließlich durch die Hauptversammlung 2003 der Beschluss gefasst, an das bisherige Vereinszentrum eine weitere Halle mit diversen Nebenräumen sowie einem Geschäftszimmer zu erbauen.  

Nach den Plänen von Architekt Rüdiger Kürschner und wiederum unter Einsatz der bewährten "Muskelhypothek" namens Eigenleistung entstand nach dem Vorbild einer Musterhalle des Landessportbundes das neuste Bauwerk des TSV Güglingen.
Bereits vor Fertigstellung der Halle wurden neue Gruppen angemeldet und ein weiteres Ansteigen der Mitgliederzahlen dürfte auch hier das Ergebnis neuester Bautätigkeit sein. Das Stagnieren der Mitgliederzahlen in den vergangenen Jahren war einerseits darauf zurückzuführen, dass die bestehenden Übungsmöglichkeiten an die Kapazitätsgrenzen stoßen, andererseits wurden in den vergangenen Jahren auch recht konsequent alle Dateileichen aus der Mitgliederliste herausgenommen.

Zum 100-jährigen Jubiläum hat sich der TSV Güglingen selbst ein großes Geschenk gemacht: die neue Gymnastikhalle beim Stadion „An der Weinsteige“ wurde nach knapp neunmonatiger Bauzeit mit einem Anlagenwert von über 650.000 Euro fertig gestellt und am 11. Juni 2004 mit einem Einweihungsfest offiziell ihrer Bestimmung übergeben. 
Stand: 2004 - Fortsetzung folgt...

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2003: der September 2003: Spatenstich zur Erweiterung des TSV-Vereinszentrums
Jun1 2004: die Gymnastikhalle 2 ist fertig Die neue Gymnastikhalle - Innenansicht

TSV Güglingen 1904 e.V. | Postfach 61 | D-74363 Güglingen